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Die Vorläufer der heutigen Iaido-Stile sind im mittelalterlichen Japan entstanden. Ausgangspunkt dürfte der Gedanke gewesen sein, einen technischen Vorteil gegenüber einem Kontrahenten zu erlangen, der mit herkömmlichen Schwerttechniken ebenbürtig oder gar überlegen wäre. Dieser Vorteil bestand darin, dass man sein Schwert schneller zog als der Gegner und ihn schon bei dieser ersten Bewegung des Schwertes wenigstens schwer verletzte.

Bis zur "Meiji-Restauration" 1868 gab es nachweislich ständig Zweikämpfe zwischen Samurai. Erst als das Tragen von Schwertern in der Öffentlichkeit verboten wurde und die gesellschaftlichen Strukturen sich grundlegend änderten, kehrten friedliche Zeiten in Japan ein.

Damit verloren die kriegerischen Aspekte der Kampfkünste an Bedeutung und neue Ideen konnten sich durchsetzen.

Den Lehrern der alten Künste waren die körperlichen, mentalen und spirituellen Elemente der Ausbildung und der Nutzen der daraus für den Übenden entspringen konnte, schon lange bekannt. Auch die Verknüpfung der Kampfkünste mit philosophischen Ideen existierte schon lange vorher. Mit dem Beginn friedlicher Zeiten trat der kriegerische Nutzen der Verknüpfung dieser Elemente jedoch in den Hintergrund und die Entwicklung einer starken Persönlichkeit wurde mehr und mehr betont.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde das auch dadurch verdeutlicht, dass der Wortteil Jutsu , welcher den Bezeichnungen vieler Kampfkünste angehängt war und der soviel wie Technik oder Kunst bedeutet, oftmals durch den Anhang Do ersetzt wurde. Do - der Weg, auf den sich der Übende begibt, sollte auf die philosophisch, spirituelle Ebene des Trainings verweisen.

So steht auch bei den Iaido-Stilen nicht mehr der kriegerische Aspekt des Trainings, sondern die Entwicklung des Körpers und der Persönlichkeit im Vordergrund.

Diese Aufgabe verlangt großen persönlichen Einsatz. Aber jeder Mensch, der bereit ist, sich dem Training und den Hindernissen, denen er begegnen wird, zu stellen, kann sich auf diesen "Weg" begeben.